KI analysiert fortlaufend Bewegungsmuster

Wie das aussehen soll, demonstriert die Polizei gleich selbst. Draußen unter den Kameras führen Statisten eine Auseinandersetzung vor, drinnen in der Polizeiwache schlägt das System Alarm. Auf einem zuvor schwarzen Monitor erscheint das Videobild. Ob die Polizei tatsächlich eingreift, entscheidet der Beamte am Monitor.

Die KI analysiert das Videomaterial fortlaufend auf bestimmte Bewegungsmuster. Dafür abstrahiert sie die abgebildeten Personen vereinfacht zu einer Art „Strichmännchen“ und wertet deren Bewegungen aus. So soll sie etwa Schläge, Tritte oder eine am Boden liegende Person erkennen. Hält das System eine Situation für auffällig, schlägt es Alarm.

Die Darstellung als „Strichmännchen“ betrifft allerdings nur die Analyse durch die KI. Bei der Vorführung in der Polizeiwache zeigt sich: Die Beamten sehen nach einem Alarm das normale Videobild, auf dem Personen zu erkennen sind. Auf Nachfrage erklärt Polizeidirektionsleiter Markus van Stegen, die Beamten bekämen „natürlich richtige Bilder“ zu sehen, weil sie für ihre Entscheidung „das Maximum an Information“ benötigten.

Auch Spranger räumt in der Fragerunde ein, dass ihre vorherige Darstellung – die Bilder blieben anonymisiert – so nicht richtig gewesen sei. Die Videoaufnahmen werden zudem für 30 Tage gespeichert. Zeigen sie eine Straftat, können sie für die Strafverfolgung gesichert und als Beweismittel genutzt werden.

Wie treffsicher ist die KI?

Die Daten bleiben nach Angaben der Polizei in Behördenhand. Die Aufnahmen werden in einem Rechenzentrum der Berliner Polizei gespeichert. Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel zufolge werden sie verschlüsselt und nach BSI-Vorgaben gesichert.

Offen ist allerdings, wie treffsicher die KI im Alltag sein wird. In Hamburg haben sich 99 Prozent der von der KI ausgelösten Situationen als Fehlalarme erwiesen. Der Polizeidirektionsleiter erwartet in Berlin deutlich bessere Ergebnisse. Man habe sich bewusst für ein anderes System entschieden: „Wir sind sehr überzeugt von der Auswahl, die wir getroffen haben.“

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