Investitionen schaffen Zukunft

Viele Unternehmen konzentrieren unter den aktuellen Rahmenbedingungen ihre verfügbaren Mittel zunehmend darauf, den Bestand zu sichern. Investiert wird in Ersatz und Erhalt, während Erweiterungen, neue Technologien oder zusätzliche Kapazitäten schwieriger zu finanzieren sind. Das hat langfristige Konsequenzen. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, klimaneutrale Produktion oder neue Geschäftsmodelle entstehen nicht allein durch politische Zielsetzungen. Sie müssen in Unternehmen konkret umgesetzt und finanziert werden. Dafür brauchen Unternehmen wirtschaftlichen Spielraum.

Wenn Erlöse über einen langen Zeitraum kaum wachsen und gleichzeitig die Kosten steigen, schrumpfen die Spielräume für das, was unser Land dringend braucht: Investitionen und wirtschaftliche Erneuerung.

Gerade aus kleinen, dynamischen Unternehmen können disruptive Innovationen und damit die großen Unternehmen von morgen entstehen. Doch Unternehmen können Risiken nur eingehen, wenn sie über ausreichende Reserven verfügen und darauf vertrauen können, dass sich langfristige Investitionen am Standort Deutschland lohnen. Statt unternehmerische Dynamik vor allem mit neuen Förderprogrammen erzeugen zu wollen, sollten wir Unternehmen wieder mehr Raum, bessere Rahmenbedingungen und mehr Planungssicherheit für eigene Entscheidungen geben.

Deutschland braucht einen schlankeren Staat

Zu guten Standortbedingungen gehört auch ein leistungsfähiger Staat. Genehmigungsverfahren, Berichtspflichten, Steuerverfahren und Verwaltungsprozesse kosten Zeit und binden Personal. Das trifft auch große Konzerne, kleine und mittlere Unternehmen aber besonders stark, weil sie regulatorische Anforderungen nicht auf große Fachabteilungen verteilen können.

Gleichzeitig ist der Staat selbst immer größer geworden. 2025 lag die Staatsquote bei über 50 Prozent. Das ist keine Kennzahl, mit der wir uns abfinden sollten. Deutschland braucht einen schlankeren Staat – nicht als Selbstzweck, sondern weil ein Staat, der immer mehr Ressourcen bindet, diese Mittel und Arbeitskräfte dem privaten Sektor entzieht. Wir sollten eine unbequeme Wahrheit aussprechen: Deutschland hat kein Einnahmenproblem. Die entscheidende Frage ist, was wir mit den vorhandenen Mitteln machen und welche Aufgaben der Staat tatsächlich übernehmen muss. Immer neue Einnahmen zu mobilisieren, während Unternehmen unter hohen Kosten und schwachen Umsätzen leiden, ist keine Wachstumsstrategie.

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